Auf in den Harz

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Wir wohnen in Bremen, da gibt es keine Berge. Allerhöchstens Autobahnbrücken… aber die immer rauf und runter zu fahren macht nicht so viel Spaß. Also haben wir in unserer Juni-Urlaubswoche die Rennräder auf unseren Autoradträger geschnallt und sind 3 Tage in den Harz gedüst. Bei bestem Wetter sind wir zwei richtig schöne Touren gefahren.

Tag 1 – Rappbodetalsperre und Baustellen

Am Montag fahren wir ganz früh in Bremen los, damit wir noch am selben Tag auf die Räder können. Wir haben uns einen netten Campingplatz rausgeschaut und wollen 2 Tage zelten, die dritte Nacht verbringen wir, dank eines Geschenks meiner Schwester, im Hotel.

Auf dem Campingplatz angekommen, schlagen wir schnell das Zelt auf und wollen dann direkt los.

Die erste Route habe ich schon zuhause bei gpsies rausgesucht, da gibt es ja unzählige Strecken. Navigiert wird übers Handy. Wir parken unser Auto in Thale in einer netten ruhigen Seitenstraße und schwingen uns auf die Räder.

Mit dem Wetter haben wir richtig Glück, es ist super warm und sonnig und es gibt kaum Wind!!! Wir fahren unsere Runde, kämpfen etwas mit den ersten Anstiegen, aber freuen uns über jeden Hügel den wir meistern. Die Route ist wirklich herrlich, kaum Verkehr, viel Natur, die Straßen sind großteils sehr gut zu fahren. Highlight der Strecke ist die Rappbodetalsperre, die wir nach etwas mehr als 23 km erreichen. Hier machen wir Pause und genießen das Wetter und die Aussicht.

Als wir weiterfahren ist es noch recht früh und wir haben nur noch knapp 20 km vor uns. Wir wollen noch einkaufen und dann am Campingplatz grillen. Leider haben wir aber nicht mit der Straßenplanung im Harz gerechnet. Im gesamten Gebiet sind etliche Straßen gesperrt und Umleitungen ausgeschildert. Das bedeutet für uns: Der direkte Weg nach Thale geht nicht, es sind aber Umleitungen ausgeschildert. Umweg: Mindestens 20-25km… mit Auto kein Thema, mit dem Rad macht das schon ein Stündchen mehr…. So viel dann zu in Ruhe einkaufen und grillen.

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Der Umweg ist dann auch noch recht hügelig, gefühlt geht es die ganze Zeit nur nach oben und meine Beine, die an Berge noch nicht so gewöhnt sind, protestieren schon lautstark. Irgendwann biegen wir in Friedrichsbrunn endlich links auf die Landstraße nach Thale ein. Und dann verstehe ich warum Thale Thale heißt… weil es im Tal liegt 😀 die Abfahrt von Friedrichsbrunn nach Thale macht richtig Laune! Auf mehr als 7 km geht’s nur bergab J Da ich aber auch Abfahrten nicht so gewohnt bin (wie gesagt, keine Berge in Bremen), kriege ich dann ab 50 km/h doch etwas Angst und bremse recht viel,  trotzdem sind wir total schnell unten und am Auto.

Insgesamt sind es am Ende 61 km mit etwa 1100 HM geworden.

2016-06-17 10_49_05-Riesenumweg dank Baustelle... Dafür aber super Abfahrt am Ende _ Radfahrt _ Stra
Strecke Tag 1  – Eigentlich wollten wir von Treseburg quer durch nach Thale… dank Baustelle sind wir dann doch den ganzen Weg über Friedrichsbrunn gefahren.. hat sich aber gelohnt 🙂

Hier unsere Strecke bei gpsies (inklusive dem Umweg)

Glücklich geht’s zurück auf den Campingplatz. Mit Bockwurst und Kartoffelsalat lassen wir den Abend ausklingen und freuen uns auf die Tour morgen.

 

Tag 2  – Brocken ahoi!

Am Dienstag haben wir Großes vor. Ich habe vorher lange überlegt, ob ich mir das zutraue, aber wenn wir schon mal mit den Rädern im Harz ist, muss man auch auf den Brocken rauf.

Nach einem improvisierten Frühstück am Campingplatz, fahren wir nach Wernigerode und starten unsere Tour. Ich habe ganz schön Respekt vor dem was vor uns liegt, schließlich ist der Brocken dann doch ganz schön hoch. Zuerst fahren wir 21 km nach Braunlage, dort gibt’s dann ein zweites Frühstück in Form von Waffeln mit Eiscreme (ich kann einfach nicht widerstehen) und endlich einen Kaffee … und dann Attacke.

Die Straße den Brocken hoch ist wirklich gut zu fahren und da es mitten in der Woche ist und auch keine Ferien sind, sind kaum Leute unterwegs. Ein paar Wanderer, ein paar andere Wahnsinnige auf Rädern und das wars. Sehr angenehm.

Wir machen ein paar Mal kurz Pause um etwas zu trinken oder aufeinander zu warten, ansonsten fahren wir. Die Anstiege sind zum Teil schon steil und mehr als 6 km/h schaffe ich auch im kleinsten Gang manchmal nicht mehr. Ich steige aber nicht ab *juhu*. Die Beine brennen, aber ich konzentriere mich einfach aufs weiterfahren.

Irgendwann werden die Bäume lichter und es sind auch mehr Menschen auf dem Weg und ich merke: Weit ist das gar nicht mehr. Fast geschafft. Die letzten Anstiege sind dann nochmal richtig schmerzhaft und ich muss Schlangenlinien fahren, damit ich noch vorwärts komme. Ich sitze aber immer noch im Sattel *immernochjuhu* Und schon fahren wir am Brockenbahnhof vorbei und sind oben. Viel schneller als gedacht. Und ehrlich gesagt auch schmerzloser als gedacht 😉

Zur Belohnung gibt’s natürlich die Brocken-Erbsensuppe und dann Fotosession.

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Die beste Erbsensuppe gibt’s hier oben 🙂
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*Juhu*
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Sehr selten: Mal kein Nebel auf dem Brocken 🙂

Wir bleiben eine Weile oben und genießen das Wetter. Es ist sonnig, man kann richtig weit schauen (bisher hatte ich immer nur Nebel hier oben) und es sind immerhin noch knapp 15 Grad, gut dass ich die Armlinge mithabe. Vor der Abfahrt hab ich ganz schön Respekt, aber egal, los geht’s. Ich sause bergab, bremse wieder vielleicht etwas zu viel, aber fühle mich extrem schnell. Und es macht Riesenspaß!! Unten angekommen sehen wir dann in Drei Annen Hohe noch die Brockenbahn, die wir oben leider verpasst haben, das freut vor allem meinen Freund. Zur Belohnung wird dann auf dem Campingplatz lecker gegrillt.

Heute gehen fast 85 km mit 1536 HM auf mein Rennradkonto 🙂

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Strecke Tag 2 – Ich war auf dem Brocken *juhu*

Hier unsere Strecke zum Download auf gpsies

 

Tag 3 – Entspannung, Spazieren und Ruhe … ohen Rad 😦

An Tag 3 sind zwischendurch Gewitter angesagt. Wir beschließen die Räder auf dem Auto zu lassen und machen ein wenig Sightseeing. Zuerst fahren wir zum Hexentanzplatz in Thale. Dort wollte ich schon immer mal hin, aber als wir ankommen, bin ich total enttäuscht. Ich hatte irgendwie einen schönen Platz im Wald erwartet und bekomme einen Riesenparkplatz und Touristenbuden. Die Rodelbahn macht dann trotzdem Spaß, nochmal muss ich da aber nicht wieder hin. Auf dem Weg nach Wernigerode fahren wir dann spontan zur „Teufelsmauer“, die wir schon aus der Ferne sehen können und gehen dort noch etwas spazieren.Es ist zwar tierisch warm, aber wirklich sehr schön. Irgendwann will ich mal den ganzen Teufelsmauerstieg erwandern.

Anschließend machen wir uns dann auf den Weg zum Hotel „Steinerne Renne“, das mitten im Wald liegt. Mindestens eine halbe Stunde navigieren wir das Auto vorsichtig über Waldwege und fragen uns zwischendurch immer wieder, ob wir eigentlich noch richtig sind.

Wir finden das Hotel tatsächlich. Mitten im Wald an einem Wasserfall, total schön! Auch die Zimmer sind nett, das Essen ist ok und nicht zu teuer und das Personal total freundlich. Kann ich nur klar weiterempfehlen! Zum Mountainbiken bestimmt auch ein super Ausgangspunkt, mit Rennrädern eher schlecht (Schotterpisten ohne Ende).

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Hotel „Steinerne Renne“

Abends beschließen wir noch eine kleine Runde zu spazieren. Wir folgen ein paar schönen Wanderwegen und finden dann mitten im Wald den „Ottofels“. Auf den kann man raufklettern und dann über den ganzen Wald ringsherum schauen. Ich hatte ganz vergessen, wie gerne ich wandern gehe. Wir haben das ja schon oft im Winter gemacht, aber im Sommer ist es auch wunderschön. Auf dem Felsen bleiben wir eine ganze Weile sitzen und freuen uns nachträglich nochmal darüber mit den Rädern auf dem Brocken gewesen zu sein.

 

Tag 4 – Abreise

Am Donnerstag geht’s dann schweren Herzens nach Hause. Ich hätte vorher nicht gedacht, dass mit dem Rennrad durch die Berge fahren so Laune macht. Wir kommen definitiv noch öfter mit dem Rad in den Harz.

 

Gesammelte Erkenntnisse:

  • Bei der Streckenplanung immer Pufferzeit für Baustellen einplanen.
  • Bergauf ist ganz schön anstrengend.
  • Bergab macht richtig Spaß.
  • Berge sind viel besser als Wind (als Norddeutsche weiß ich wovon ich rede): Ein Berg hört irgendwann auf, Wind nicht!
  • Auf dem Brocken sollte man immer Armlinge dabei haben.
  • Die Erbsensuppe auf dem Brocken ist die allerbeste!
  • Hotels mitten im Wald sind traumhaft.
  • Ich muss mir eine Stempelkarte für die Harzer Wandernadel besorgen und dann wird gewandert. Ja ich weiß, vielleicht etwas altmodisch, aber ich finds toll 🙂
  • Der Harz ist auch zum Rennradfahren schön. Wir kommen wieder!
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2 Gedanken zu „Auf in den Harz

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