Immer mal was Neues – Kitesurfkurs an der Nordsee

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Wir waren letztes Jahr im Urlaub auf Rhodos. Dort gibt es am südlichen Ende der Insel einen Ort namens Prasonissi, eine Art Landzunge, die auf beiden Seiten Meer hat. Auf der einen Seite meist ruhiges Wasser, auf der anderen Seite wellig und windig. Dort waren wir also letztes Jahr im Juni und haben bei herrlichem Wetter etlichen Kitesurfern zugeschaut, die wie die Irren durchs Wasser fegten und waghalsige Sprünge machten. Es war wirklich genial. Und an eben diesem Tag sagte ich einen Satz wie „das würde ich auch gerne mal ausprobieren irgendwann“. 6 Monate später fand ich unterm Tannebaum einen Gutschein für einen zweitägigen Einsteigerkurs Kitesurfen an der Nordsee in Neuharlingersiel bei windloop.

Und den habe ich letztes Wochenende mal eingelöst.

 

Tag 1

Am Samstag Morgen geht es schon früh los Richtung Neuharlingersiel, um 9:00 Uhr startet der Kurs. Wir haben bestes Wetter mitgebracht, aber leider die Sonnencreme vergessen. Mein Schatz ist als Zuschauer und Fotograf mit am Start, ich mache den Kurs aber allein mit und habe schon gewaltig Schiss 😉 Nach einer kurzen Begrüßung und ersten kleinen theoretischen Anweisungen geht’s gleich an die Praxis: Wir bekommen kleine Matten (im Prinzip wie Drachen) und lassen sie fliegen. Wir lernen etwas über unser Windfenster, Windrichtungen und wie man die Matte steuert. Danach gibt es größere Matten, die wir ebenfalls in die Luft bringen und üben, wie man nachher den Kite steuert.

Meine Lieblingsübung ist das „Aufstehen“. Man setzt sich auf den Boden, hält die Matte ganz ruhig auf 12 Uhr über dem Kopf, lenkt die Matte (oder später auch den Kite) scharf in eine Richtung und lenkt dann  etwas gegen. Durch den Schwung wird man seitlich nach vorne gezogen und steht auf. Sozusagen Trockenübung für den Start auf dem Board später. Ich verstehe von den Fachbegriffen zwar weniger als die Hälfte, aber dafür hab ich doppelt Spaß.

 

Hochwasser ist um 15 Uhr, also machen wir erst mal Mittagspause. Mit ablaufendem Wasser wollen wir später zum ersten mal ins Wasser. Aber vorher müssen wir die komplette Kite-Ausrüstung anlegen: Neoprenanzug, Neoprenschuhe, Trapez mit Sicherheitsleine (im Prinzip wie ein Klettergurt, an dem nachher das Kite befestigt wird), Weste, Helm. Dann wird der Kiteaufbau erklärt: Luftpumpe anschließen, aufpumpen, Leine entwirren, festmachen usw. Ein Board gibt es heute noch nicht dazu, erstmal sollen wir nur mit dem Kite üben und das erweist sich als schwierig genug.

Wir bilden Zweierteams nach Gewicht, da sich daran die Größe des Kites orientiert. Der Trainer bringt unser Kite zum Wasser und erklärt die ersten Übungen. Wir sollen üben uns vom Kite durchs Wasser ziehen zu lassen… body drag… Und das mit ordentlich Schwung. Wir lassen den Kite zwar relativ oft abstürzen oder er fliegt ganz woanders hin als wir gern würden, aber zwischendurch klappt es auch. Insgesamt lachen wir recht viel und landen noch öfter im Schlick. Irgendwann ist das Wasser dann soweit zurückgegangen, dass wir nicht weitermachen können. Wir machen uns sauber, bauen ab und freuen uns auf den zweiten Tag.

 

Abends im Zelt merke ich, wie anstrengend der Tag eigentlich war. Muskelkater in Armen und Beinen, blaue Flecken an den Oberschenkeln und ich bin hundemüde… und mein Gesicht fühlt sich irgendwie unnatürlich warm an….

Fazit nach Tag 1: Sonnencreme!!! Immer Sonnencreme!!!!

 

Tag 2

Sonntag starten wir erst um 11:30 Uhr und es geht direkt an den Kiteaufbau. Diesmal gibt’s auch ein Board 🙂 Leider sind die Wind- und Wetterbedingungen nicht mehr so ideal wie gestern, was den ohnehin schon „flatterhaften“ Kite noch schwieriger händelbar macht.

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Kiteaufbau

Bevor wir ins Wasser gehen, können wir beobachten wie es richtig geht: Fabian (Fabbel), der Chef der Windloop-Station, schnappt sich ein Kite und fährt auf dem Hintern durchs Watt bis an die Wasserkante. Und dann geht’s los. Rasant saust er übers Wasser und springt meterhoch durch die Luft. Sieht wirklich cool aus. Am Strand sind sowohl die Kiteschüler, als auch die anderen Touristen total begeistert.

 

Dann sind wir dran. Nach einem kleinen Marsch durchs Watt, stehen wir im noch knietiefen Wasser. Im Großen und Ganzen probieren wir bei auflaufendem Wasser immer wieder mit einer Hand den Kite möglichst ruhig zu halten, während wir mit der zweiten Hand das Board halten und versuchen mit den Füßen in die Schlaufen zu kommen. Wenn das gelingt (was schon sehr schwierig ist), wird versucht auf dem Board zu starten… Kite auf 12 Uhr, scharf einlenken, gegenlenken und hoch… theoretisch… praktisch sehr schwierig. Insgesamt schaffe ich es nur zweimal für knapp 2-3 Sekunden. Aber immerhin. Ich freu mich auch über kleine Erfolge.

 

Im Anschluss an die viel zu kurze Zeit im Wasser gibt es noch eine kleine Theorieeinheit und jeder der möchte kann die theoretische Prüfung für die Kitelizenz machen.

 

Fazit nach Tag 2: Der Kurs war wirklich lustig und die Leute von Windloop wirklich nett und hilfsbereit. Insgesamt braucht man glaube ich einfach sehr viel praktische Übung um ein Gefühl für den Kite zu bekommen, richtig lenken zu können und sich dann wirklich auf das eigentliche Kitesurfen zu konzentrieren. Ich würde gern in Zukunft nochmal einen Kurs machen, dann aber wohl direkt einen Intensivkurs über 5 Tage, damit man auch wirklich was mitnimmt und mehr als 3 Sekunden auf dem Board steht 🙂

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Eine wirklich nette Truppe hatten wir da 🙂

Ein Gedanke zu „Immer mal was Neues – Kitesurfkurs an der Nordsee

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